Diakonenweihe und Priesterweihe

In der Diakonen- und Priesterweihe verspricht ein Mann ein Leben aus dem Glauben und in der Hingabe an Gott zu leben, die im seelsorglichen und karitativen Dienst am Menschen sichtbar werden soll.

  • Dies wird durch drei Gelübde zum Ausdruck gebracht.
  • In der Armut soll deutlich werden, dass der „Geistliche“ mit Blick auf die Seligpreisungen Jesu in der Bergpredigt in einer Haltung lebt, die deutlich werden lässt, dass er sich Gott ganz anvertraut und das Wesentliche im Leben nicht selber macht oder „erwirtschaftet“, sondern von Gott her erwartet. Es ist die Haltung des Empfangenden und Bedürftigen, die ihn solidarisch sein lässt mit den Schwachen dieser Welt.
  • In der Ehelosigkeit verspricht der Diakon oder Priester ein Leben zu führen, was in der Freiheit einer ganzheitlichen Ausrichtung auf Gott hin besteht und dadurch eine Hingabe am Dienst an den anvertrauten Menschen ermöglicht.
  • Der Ge-hor-sam dem Bischof eines Bistums gegenüber bringt zeichenhaft zum Ausdruck, dass unser Glaube vom „Hören“ kommt. Der Geweihte läßt sich so von seinem Bischof in den Dienst nehmen und senden.

Der Diakon und Priester legt sein Leben symbolisch in Gottes Hände. Dies kommt auch so in der Weiheliturgie zeichenhaft zum Ausdruck, in dem seine Hände in den Händen des Bischofs liegen. Das vollkommen sich anvertrauen gegenüber Gott zeigt der Weihekandidat während des Weihegottesdienstes dadurch, dass er langgestreckt auf dem Boden liegt.
Seit einigen Jahrzehnten gibt es in Deutschland und in manchen andern Teilkirchen dieser Welt auch den so genannten „ständigen Diakonat“. Hier werden bereits verheiratete Männer zu Diakonen geweiht. Im Unterschied zu den anderen Diakonen sind sie für das Leben in ihrer Ehe vom Zölibat befreit und gehen in vielen Fällen parallel einer weiteren beruflichen Tätigkeit nach. Als Witwer ist nach der Weihe eine Wiederverheiratung in der Regel allerdings nicht möglich.
Die Diakonen und Priester versprechen in der Weihe das stellvertretende Beten für Kirche und Welt, durch die Praxis des so genannten Stundengebetes. Im „Brevier“ werden Psalmen und andere biblische Texte sowie geistliche Lesungen gebetet und Fürbitten für das Volk Gottes gehalten. So soll der Tagesablauf des Geistlichen gerade auch von „Stunden des  Gebetes“ getragen und bestimmt sein.

In der Diakonenweihe empfängt der Weihekandidat die Vollmacht, die Sakramente der Taufe und der Ehe zu spenden. Gleichzeitig wird er für den Beerdigungsdienst beauftragt. Für die Eucharistiefeier empfängt der Diakon die Sendung des Bischofs, das Evangelium zu verkünden und in der Predigt auszulegen. Gleichzeitig assistiert er dem Priester bei der Hl. Messe am Altar. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt im karitativen Bereich.

In der Priesterweihe empfängt der geweihte Priester die Vollmacht der Eucharistie vorzustehen, so dass er „in der Person des Hauptes Christi handelt“ (vgl. II. Vatikanisches Konzil, Dekret über den Dienst und Leben der Priester 1,2).
Gleichzeitig wird ihm die Sendung vom Bischof für das Hören der Beichte und die Vollmacht zur Lossprechung übertragen.
Der Priester darf auch das Sakrament der Krankensalbung austeilen.
Bei Erwachsenentaufen kann der Bischof dem Priester auch die Spendung der Firmung übertragen.

Dem Empfang der Priesterweihe geht ein Studium der Theologie und Philosophie voraus, welches an einer Universität mit dem Diplom oder dem Lizentiat abgeschlossen wird. Gleichzeitig wird erwartet, dass einige Jahre im Kontext eines Priesterseminars verbracht werden. Nach einer dreijährigen Praxiszeit in Pfarreien, verschiedenen Schulen und karitativen Einrichtungen sowie der erfolgten Diakonenweihe empfängt der Diakon die Priesterweihe, welche der Bischof im Bistum Münster immer am Pfingstsonntag spendet. Auch für den so genannten ständigen Diakonat gibt es im Bistum Münster eine sowohl religionspädagogische als auch praktische Vorbereitungszeit von etwa 5 Jahren. Die Diakonenweihe der ständigen Diakone wird im Augenblick im Bistum Münster immer am letzten Sonntag im Kirchenjahr gespendet.
 

Gelübde von Frauen und Männern im Orden und in der Welt

Frauen und Männer, die in eine Ordensgemeinschaft eintreten, versprechen anlog zu den Diakonen und Priestern auch die Gelübde der Armut, des Gehorsams und der Ehelosigkeit. Dies kommt im Franziskanerorden z.B. auch symbolisch dadurch zum Ausdruck, das in der  Kordel über dem Ordenshabit drei Knoten eingefügt werden, für die abgelegten Gelübde.

Es gibt auch die Möglichkeit, dass Frauen und Männer, die in der Welt leben und einem Beruf nachgehen, in Absprache und unter der Leitung des Diözesanbischofs die Gelübde ablegen. Es ist ein eigener Stand, der in den drei Gelübden geweihten Frauen und Männer, die in verschiedenen Gemeinschaften assoziiert sind oder an Ordensgemeinschaften angegliedert werden. Diese Frauen und Männer empfangen in einer gottesdienstlichen Feier in der Regel vom Bischof einen Ring, der sie an ihr Treueversprechen Gott gegenüber erinnert.

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