Aus der Chronik St. Jakobus – niedergeschrieben von Pfarrer Magnus Kunze

5. März 1953- 1. Spatenstich durch Pfarrer Baers

Freiwillige Helfer unterstützen die Bauleute besonders bei den Erdarbeiten. Auch Kaplan Beckmann machte sich um den Bau sehr verdient.
Die Kirche wurde nach den Plänen des Münsteraner Architekten Dipl.-Ing. Ludger Sunder-Plassmann gebaut. Die Bauarbeiten wurden von der Firma Kahmann durchgeführt.

26. Juli 1953 – Grundsteinlegung

Text der eingemauerten Urkunde:

In der Zeit, in der das deutsch Volk gespannt auf den Ausgang der Bundestagswahlen am 6. September schaut, – ob christlicher Geist das deutsche Volk lenken und leiten wird, -wo deutsche Brüder in Ostberlin für ihre Freiheit und die Einheit des deutschen Volkes kämpfen und sich verbluten, der 17. Juni zu einem besonderen Gedenktag Berlins in die Geschichte des deutsche Volkes eingegangen ist, in dem Jahre 1953, als Se. Heiligkeit Papst Pius XII. die Geschicke der Kirche leitete, Se. Eminenz Kardinal Frings Erzbischof von Köln, Se. Exzellenz Dr. Michael Keller Bischof von Münster, Heinrich Theißelmann von Walsum St. Dionysius, Dechant von Dinslaken, Jacob Baers Pfarrer der St. Vincentiusgemeinde von Dinslaken, die Herren Aloys Schrey, Josef Berntsen, Robert Beckmann Kapläne an der St. Vincentiusgemeinde – Josef Berntsen zugleich Religionslehrer an der Kreisberufsschule, Studienrat Angenendt Religionslehrer am Gymnasium waren -, als Prof. Theodor Heuss Bundespräsident der neuen deutschen Bundesrepublik, Dr. Konrad Adenauer Bundeskanzler, Karl Arnold Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Hermann Breymann Landrat und Arnold Verhoeven stellvertretender Landrat, Dr. Wilhelm Becker Oberkreisdirektor und Adolf Urban Kreisdirektor, Wilhelm Lantermann Bürgermeister, Franz Stehr stellvertretender Bürgermeister, Robert Kammann Stadtdirektor, Klaus Ewers 1. Beigeordneter der Stadt Dinslaken waren.

Bis es zu diesem feierlichen Akte kam, waren manche Schwierigkeiten zu überwinden. In den vorbereitenden Arbeiten und Planungen stand Herr Kaplan Emanuel Wethmar, der inzwischen zum Pfarrer von Datteln ernannt wurde, dem Pfarrer Jacob Baers treu zur Seite und nahm ihm manchen Wege und Arbeiten ab. Durch das Entgegenkommen der Familien Veelmann und der Firma Hoffmann, dann aber auch durch den Austausch mit der evangelischen Kirchengemeinde, konnte das notwendige Gelände in Größe von drei Morgen für den Kirchbau, Kindergarten und das Pastorat erworben worden. Diese Verhandlungen wurden von Herrn Stadtbaumeister i. R. Johann Ernst geführt und zur besten Zufriedenheit aller Beteiligten gelöst. Die Pläne wurden von dem Herrn Architekten Ludger Sunder-Plaßmann entworfen und auch ihm die Bauleitung übertragen. Die Bauarbeiten wurden bisher von der Firma Josef Kahmann ausgeführt. Dankbar sei auch der Mithilfe der Herrn Bergwerksdirektors Dr. Hoffmann gedacht.

Es wäre aber nicht recht, wollte man nicht der freiwilligen Arbeiter und Spender gedenken. Viele Stunden wurden in freiwilliger Arbeitsleistung bisher am Bau des Kindergartens und der Kirche zugebracht. Einige opferten drei Tage ihres Urlaubs. Ihre Namen – Arbeiter und Spender – sind in einer Sonderliste der Urkunde beigefügt.

Den Grundstein stiftete die Firma Hilgert

Gottes Güte, die Fürbitte der leben Gottesmutter und des heiligen Kirchenpatrons mögen dieses neuerbaute Gotteshaus bewahren und beschützen, damit es den Gläubigen allzeit Heil- und Zufluchtsstätte sei.

Dinslaken, den 26. Juli 1953

Im 28. Oktober 1953 zogen Handwerkern den Richtkranz auf das Gebäude. Rektor Kunze wurde im Frühjahr 1954 von Münster nach Dinslaken entsandt, um schon frühzeitig Kontakt mit den Gläubigen aufzunehmen.

Anno 1954

Rektor Kunze eröffnete am 01. Juli den neuen Kindergarten. Die Einweihungsfeier fand  zusammen mit der Konsekration der Kirche im September statt. Pfarrer Kunze erwähnte in seiner Ansprache, dass im Kindergarten die Kinder nicht nur die Märchenwelt erleben und fröhlich spielen sollten, sondern auch zu Gott geführt werden sollten. Die Baukosten für den Kindergarten, in dem zugleich das Schwesternheim untergebracht wurde, betrug einschließlich de Einrichtung DM 100.000,00

Aus der Rheinischen Post vom 02. Juli 1954
Im neuerrichteten Kindergarten im Jacobus-Bezirk herrschte gestern Hochbetrieb. Zur Eröffnung hatten sich zahlreiche Mütter mit den Kleinen eingefunden. Die Mütter waren begeistert von der Einrichtung des Gebäudes, dessen Eingang mit bunten Wimpeln und frischem Grün geschmückt war, als sie die kleinen Stühlchen und Tischchen und das viele Spielzeug erblickten. Als die Mütter sich jedoch verabschiedeten und die Buben und Mädchen mit der „Tante Schwester“ und deren Helferin zurückließen, da rollten Tränen über Kinderwangen. Die Mütter guckten neugierig durch das Schlüsselloch und beobachteten die Kinder. Schwester Gundeberta und Frl. Gillhaus hatte es nicht leicht, die Kleinen zu beruhigen. Mit einer großen Tüte Bonbons, vielen herzlichen Worten und dem Spielzeug gelang es ihnen dann doch, die Tränen zum Versiegen und die Kinder zum Lachen zu bringen……

Am 09. Oktober weihte Herrn Weihbischof Heinrich Baaken aus Münster die Kirche St. Jakobus.

Die Kirche in Zahlen:

Die Gesamtlänge beträgt 35,32 m und die Breite 13,64 m, das Kirchenschiff ist 18,76 m lang und 12,80 m breit. Der erhöhte Chor ist 8,73 m lang und 9,20 m breit, der Turm hat eine Grundfläche von 5,70×5,70m und eine Höhe von 22,40 m.Der in Kupfer getriebene Hahn ist in seinen äußeren Abmessungen  50×50 m groß.Die Höhe der Kirche beträgt bis zum Gesims 8,45 m, bis zum First 12,35 m. Im Kirchenschiff befinden sich 280 Sitzplätze, auf der Empore 60. Die aus Marmor bestehende Altarplatte hat eine Größe von 2,70×1,30 m., ist 31 cm stark und hat ein Gewicht von 3.000 kg. Zum Bau der Kirche wurden u. a. 400.000 Stück Ziegelsteine, 3.000 Sack Zement, 300 cbm Kies, 7.000 kg Betonstahl und 20.000 kg Trägereisen verwendet.

Am 10. Oktober fand die Konsekration mit Altarweihe und Weihe der Apostelkreuze, Einsetzen der Reliquien der hl. Coronata (die um ihrer Glaubenstreure mit dem ewigen Siegeskranz Gekrönte) und Lucida (die in Christus Lichtvolle) in den Altar statt.

Mit großer Beteiligung, insbesondere der Jugend, wurde am 16. November bei Latz der Kirchenchor als gemischter Kirchenchor gegründet.

Dirigent ist Herr Feldkamp, Walsum-Aldenrade, gleichzeitig 1. Organist an St. Jakobus. Erster Sprecher wurde Willi Wetsch von der Düppelstr.

Übungsort war die Gaststätte Latz.

Die Jungmänner versammelten sich am 21. November nach dem Hochamt in der Kirche, um das Gemeindeleben in St. Jakobus zu aktivieren. Die älteren waren bereits bei der Kolpingfamilie Dinslaken, wollten aber als „Jakobiner“ jeden Samstagabend im Jugendheim zusammenkommen. Nichtorganisierte schlossen sich an. Die 14-17jährigen wurden bereits von Bernhard Müller betreut.

Ein „Betroffener“ erinnert sich:

„Die Wochenend Jakobiner“ – vergangen – vergessen?

Mit dem Kirchbau und der Bildung eines selbständigen Rektorats „Sankt Jakobus“ war noch keine Gemeindeleben entstanden. Zu fest waren noch die Verbindungen zur Muttergemeinde St. Vincentius bei vielen, die nun zum neuen Rektorat zählten.

Aus seelsorgerischem Anliegen heraus warb der Gemeindeseelsorger für die Bildung von Gruppen und Vereinen, um eine lebendige Gemeinde zu formen. Bei einigen jungen Männern, damals zwischen 19 und 25 Jahren alt, traf dieser Wunsch auf Gegenliebe.

So kamen 10 junge Männer, alles Mitglieder der Kolpingfamilie, auf die Idee, sich einmal in der Woche in den Räumen der Kirche zu treffen, um miteinander zu reden, zu lachen, zu diskutieren, für die sportliche Betätigung war ein Tischbillard, ein Tischfußball und eine Tischtennisplatte vorhanden. Tischfußball und Tischbillard waren in den für die männliche Jugend bestimmten Raum (jetzt Haupteingang zum Pfarrsaal) untergebracht, eine Eckbank, einige Tische und Stühle vervollständigten das Ambiente. Die Tischtennisplatte befand sich im Keller unter der Sakristei. Von Zeit zu Zeit prüften wir unsere Geschicklichkeit beim Kegeln, wobei der eine oder andere es zur wahren Meisterschaft beim Werfen des linken oder rechten Bauern schaffte. Damit waren wir zufrieden. Weil einige von uns aus beruflichen Gründen ur samstags einen freien Abend hatten, fiel die Namensgebung auf „Die Wochenend Jakobiner“. Dieser Name hat uns über die Gemeindegrenze begleitet. Nicht nur wir fühlten uns im Kreis der Wochenend Jakobiner“ wohl, an vielen Samstagabenden gesellte sich Rektor und später Pastor Kunze zu uns. Immer dann wurde es richtig spannend, denn hier hatten wir es mit einem exzellenten Doppelkopfspieler zu tun, der Spiel und Spaß mitmachte, ohne jedoch sein seelsorgerisches Anliegen zu vergessen. Oft merkten wir dann in den Sonntagspredigten, dass das, worüber wir am Abend vorher diskutiert hatten, in der Predigt wieder auftauchte.

Durch Familiengründungen wurde der Kreis immer kleiner, der Rest hielt weiter an den Samstagabenden fest, bis auch der letzte sich seiner Familie und dem beruflichen Fortkommen zuwenden musste. Die Gruppe löste sich auf.

Nach einer Pause von vielen Jahren ergriff einer die Initiative und trommelte uns nach vierzig Jahren wieder zusammen. Seit nunmehr fast zehn Jahren treffen wir uns einmal im Jahr gemeinsam mit unseren Ehefrauen zu einem gemütlichen Beisammensein.

Den Namen der Gruppe und die Pfarrgemeinde „ Sankt Jakobus“ haben wir nicht vergessen.

Horst Winnekendonk.

Der Kirchbauverein erstellt am 23. November eine Satzung und wählt einen Vorstand.

Als einzige Kirche in Dinslaken wurde am 25. Dezember in St. Jakobus um Mitternacht eine Krippenfeier mit Ansprache und Mitternachtsamt gefeiert. Das Gotteshaus war gefüllt wie noch nie.

Anno 1955

Im Kindergarten eröffnet am 23. Januar die „Jugend- und Volksbücherei St. Jakobus“ die Ausleihe. Frau Maria Gilhaus leitet die Ausleihe.

Am 25. Januar  trafen sich einige Mitglieder der KAB St. Vincentius in der Gaststätte Latz, um nach der Errichtung der Pfarre St. Jakobus den im Gebiet der neuen Pfarre wohnenden KAB-Mitgliedern eine aktionsfähige Arbeitnehmer-Bewegung zu gründen.In ihrem Brief vom 14. Februar teilte die Bischöfliche Behörde mit dass sie beabsichtige, den Seelsorgbezirk St. Jakobus zur Pfarre zu erheben. Die neuen Pfarrgrenzen wurden im Gottesdienst bekannt gegeben. Leider ließ sich ein Einvernehmen mit dem Kirchenvorstand St. Marien, Lohberg, darüber, dass die Mitte der Augustastraße die Grenze bilden soll, nicht erzielen. Der neue Kreuzweg, eine Studienarbeit des Bildhauers K. H. Bücker, Vellern, (mehr kann die Gemeinde nicht aufbringen) wurde am 03. April geweiht. 16 Kinder waren es, die am 17. April zum ersten Mal in St. Jakobus das Sakrament der Erstkommunion empfingen. Am 26. April wurde die kfd gegründet, am 12. Juni fand unter großer Anteilnahme (auch von zahlreichen Gläubigenau St. Vincentius) die erste Fronleichnamsprozession statt. Die Marienstatue, gefertigt vom Bildhauer K. H. Bücker, Vellern, wird am 08 Juli an der rechten Stirnwand des Kirchenraumes auf ein Podest gestellt. Am 30. August wird Rektor Kunze zum Pfarrer von St. Jakobus ernannt.

Die 1. Kirchenvorstandswahl in St. Jakobus fand am 04. September statt, gewählt wurden:

Fritz Beckmann, Kaufmann;
Matthias Bloemers, Ruhestandsbeamter;
Fritz van Elten, Grubenschlosser;
Balthasar Kirschall, Postbeamter;
August Krönung, Bautechniker;
Wilhelm Veelmann, Postbeamter;
Peter Weuster, Schreinermeister;
Dr. Karl Wienert, Arzt;

Ersatzmitglieder wurden:
Josef Schwaak, Kaufmann;
Hugo Schröter, Schneidermeister.

Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Herr Dr. Karl Wienert gewählt, Rendant wurde Herr Willi Wetsch.

Ca. 50 Gemeindemitglieder aus St. Jakobus erleben am 07. September den feierlichen  Glockenguss „ihrer“ Glocken in der Gießerei Feldmann und Marschel in Münster mit.

Am 17. September treffen die Glocken wohlbehalten in Dinslaken ein und erhalten am  18. September nach dem Hochamt die kirchliche Weihe. Gleichzeitig wurde die Erhebung zur eigenständigen Pfarrei ab August gefeiert.

 

Die Glocken:

Glocke g – Marienglocke,
Durchmesser 99 cm, Gewicht ca. 560 kg
Inschrift:  Ave Maria! Dich als Mutter zeige jetzt und in der Todesstunde.
St. Jakobus, Dinslaken, gegossen 1955.

Glocke h – Schutzengelglocke,
Durchmesser 78cm, Gewicht ca. 270 kg
Inschrift: Engel Gottes, ihr Boten göttlicher Liebe, erleuchtet, beschützt, leitet und regiert uns.
St. Jakobus, Dinslaken, gegossen 1955

Die Gründungsversammlung des Elisabethvereins (der späteren Caritas) war am 20. September.

Pfarrer Magnus Kunze wird am 25. September in sein Amt eingeführt.

Nimm hin die Schlüssel dieser Kirche. Schreite hinein zum Zeichen,

dass du die Gewalt hast, die Gemeinde, die Gott dir anvertraut, zu leiten

und ihr Sakramente zu spenden.“

Mit Diesen Worten übergab Dechant Bornefeld dem neuen Pfarrer der

St. Jakobusgemeinde Dinslaken, Magnus Kunze, die Schlüssel zu seinem Gotteshaus und damit die ganze  Kirche. Zuvor hatten Pfarrkinder, Messdiner, Engelchen und Banner den neuen Pfarrer abgeholt und zum Kirchplatz geleitet. Pfarrer Kunze war mit einer Fahrradeskorte und Ehrengarde zu Pferde mit dem dechanten und dem Pastor der Mutterpfarre, Jakob Baers, zu seiner Gemeinde gebracht worden.

Nach dem Gottesdienst gab der Dechant Pfarrer Kunze auch das Pfarrhaus in Besitz. (RP v. 26.09.1955)

Anno 1956

Weil noch immer kein Küster und Organist gefunden wurde, wird am 30. Januar ein elektrisches Läutewerk mit automatischem Angelusläuten angeschafft.

Die neu errichtete Elisabethschule wird am 24. Februar durch Pfarrer Kunze eingeweiht.

Anno 1957

Im Januar beginnen die St.- Georgs-Pfadfinder ihre Arbeit in St. Jakobus.

Nach der Taufgelübdeerneuerung der Gemeinde wird am 21. April die neue Orgel  geweiht und erklingt zum ersten Mal im Gottesdienst.

Am Nachmittag findet eine Kirchenmusikalische Feierstunde anlässlich der Einweihung der neuen Orgel statt.

Grundsteinlegung für die Erlöserkirche im Klarabezirk erlebt am 22. August die Grundsteinlegung.

Die neue Tabernakelumhüllung, gestaltet vom Bildhauer Bücker aus Vellern,  wird am 29. September angebracht. Es ist eine purpurrote Wildlederbekleidung mit aufgelegten vergoldeten Stöben und Bergkristallen in Goldfassung.

Missionshelfer und –helferinnen haben ihren ersten Gang durch die Gemeinde gemacht und die erste Werbeschrift und ein persönliches Wort des Pfarrers zum Weihnachtsfest gebracht.

Herr Johannes Wetsch hatte in seiner freien Zeit in mühevoller Kleinarbeit handschriftlich eine Kartei mit allen Getauften der Gemeinde angelegt.

Anno 1958
Das Missionskreuz, gestaltet vom Bildhauer K.H. Bücker, Vellern b. Beckum, wurde im Rahmen einer Kreuzfeierstunde am 04. März geweiht.

Sommer 1958

Pfarrer Magnus Kunze schreibt in der Chronik:

„Ausgeruht war ich, Magnus Kunze, zum Patronatsfest aus dem Urlaub zurückgekehrt und überlegte am Freitag, 8. August 1958 nachmittags gerade, dass es nun an außerordentlichen Feierlichkeiten (Mission, Firmspendung, Visitation usw.) genug sei und auch nach Beendigung der größeren Anschaffungen für die Kirche (Orgel, Glocken, usw.) gleichsam das Werkzeug für die Seelsorge da sei, so das jetzt alle Kraft für eine überlegte, ruhige, ordentliche Seelsorge frei würde – auch die Kartei war für diesen Zweck geordnet und in eine handliche Form gebracht, so dass die ganze Kartei im Auto mitgenommen werden konnte, da schellte das Telefon und alles kam anders. „In einer dringenden Angelegenheit“ rief mich der Hochwürdigste Herr Generalvikar nach Münster. Da keine weiteren Angaben gemacht wurden, nur ein möglichst baldiges Kommen gewünscht wurde, macht ich mich bereits am nächsten Morgen auf den Weg mir allerlei Überlegungen, warum es sich wohl handeln möge. Das vorsichtig eingeleitete Gespräch ergab bald, dass ich auf St. Jakobus verzichten und ein neuen Pfarrstelle in Homberg St. Johannes übernehmen solle. Homberg war für mich völlig unbekannt. Genauere Konturen zeichneten sich ab, als zum Schluss des Gespräches darauf hingedeutet wurde, dass die Stelle bereits besetzt gewesen sei, der Nachfolger des bei einem Autounfall ums Leben gekommenen H.H. Pfarrer und Dechant Heinrich Arenhoevel HH Bezirksvikar R. Dyckmann, Wesel, aber plötzlich, nachdem seine Einführung als Pfarrer bereits festgelegt war, angesichts der Schwierigkeit der Situation in dem „blauroten“ Homberg uns seines angegriffenen Gesundheitszustandes gebeten habe, auf die Stelle verzichten zu dürfen. An dieser Stelle des Gesprächs erinnerte ich mich, dass über diesen überraschenden Verzicht bei letzten Konveniat gesprochen wurde und einiges über die Pfarrei erzählt worden war. Mit zwiespältigen Gefühlen verließ ich Münster, die sich noch verstärkten, als ich mich bei einem Besuch in Homberg über die Situation der Pfarre orientierte, insbesondere den gemessen an der Pfarrkirche St. Jakobus unmöglichen Zustand der Pfarrkriche und des Pfarrhauses feststellte. Auschlaggebend für den bald (12.8.) erfolgten Verzicht auf die Pfarrstelle in St. Jakobus, Dinslaken, und die Annahme der neuen Pfarrstelle war der Gedanke, dass ja nicht eigene Wünsche, sondern der Ruf der Vorsehung in der Bitte des Bischofs ausschalgebend sein würden. Schwierigkeiten würden so leichter zu überwinden sein. Wäre ich in St. Jakobus geblieben, so hätte man bald das Gefühl haben können, die in einer so einseitig strukturierten Arbeiterpfarre wie St. Jakobus in der Folgezeit auftretenden Schwierigkeiten wären Strafe für einen ausgeschlagenen Ruf Gottes. Einschlägige Erfahrungen während meines Kriegsdienstes verstärkten dieses Gefühl. Da, wo ich mich schieben ließ, ging es relativ gut. Besonders, als ich mich zu Ende des Krieges in Herbst 1944 durch eigene Bemühungen in die Etappe abgesetzt hatte, find ich mich kurze Zeit später nach Auflösung meiner Wehrmachtseinheit in der Hölle de Schützengrabens und der Hauptkampflinie wieder

Am 18. August erfolgte die Ernennung zum Pfarrer von St. Johannes in Homburg.

Die Wochen des Abschiedsnehmens waren nicht leicht. Nach Bezahlung aller Rechnungen einschließlich der Neuanschaffungen blieb ein kleiner Betrag in der Kasse!

So war ich froh, als der Abschiedsgottesdienst und die offizielle Verabschiedung am Sonntag, dem 28. September 1958 überstanden waren.

Magnus Kunze“

Nachdem alle Bemühungen, (Mitglieder des Kirchvorstandes sind eigens nach Münster gefahren, um Pfarrer Kunze zu behalten) verabschieden sich die Gemeindemitglieder am 28. September schweren Herzens von St. Jakobus von ihrem ersten Seelsorger: Pfarrer Magnus Kunze. Er versprach: „Wir bleiben stets verbunden.“

Als Abschiedsgruß schrieb Pfarrer Kunze in die Chronik

„Möge in der Pfarrgemeinde St. Jakobus zu Dinslaken stets lebend sein die Liebe zu Christus und seiner Kirche. Dem gilt mein Gebet und Gedenken beim Heiligen Opfer.

Magnus Kunze, Pfarrer“

Pfarrer i.R. Magnus Kunze starb am 15. Juli 1983.

Aus der Chronik St. Jakobus – niedergeschrieben von Pfarrer Dr. Bernhard Bussmann

Pfarrer Dr. Bernhard Bussmann wird vom Bischof Dr. Michael Keller aus Münster am 25. September zum Pfarrer von St. Jakobus ernannt und am 09. November in sei Amt eingeführt. Pfarrverwalter in der Zeit der Vakanz war Kaplan Beckmann aus St. Vincentius.

Der gesamte Kirchplatz wird im Dezember  mit Rheinkies überzogen, um zur Sauberhaltung der Wände in der Kirche beizutragen und die wöchentliche Reinigung der Kirche zu erleichtern. Zur besseren Ausstattung des Gotteshauses wurden zwei Statuen angeschafft. Die Statuen von Judas Thaddäus, die gestiftet wurde, und vom hl. Antonius, wurden hinten in der Kirche aufgestellt.

An den Bänken wurden Haken angebracht, da ohne diese manche Unannehmlichkeiten beim Gottesdienst als störend empfunden wurden.

Auf Beschluss des Kirchenvorstandes wird zur besseren, wirkungsvolleren und störungsfreieren Gestaltung des Gottesdienstes ein Liedanzeiger angebracht.

Zur würdigen und feierlichen Ausgestaltung des Festgottesdienstes zu Weihnachten wurde eine Knabenschola gebildet, die die frohe Botschaft von der Menschwerdung des Sohnes auf deutsch sang. Es wart eine Meisterleistung -  das wurde von allen unumwunden anerkannt.

Anno 1959

Der erste Pfarrfamilienabend wird am 29. September im Saal des Volksparks gefeiert. Die Beteiligung war recht gut, besonders auch von der Jugend.

Für die Kinder der Gemeinde wurde am 25. Oktober sonntags zu den bestehenden Gottesdiensten um 7.00 Uhr und um 10.30 Uhr eine 3. hl. Messe eingeführt, und zwar um 9.00 Uhr. Für die Zelebration der 3. Messe überlässt in entgegenkommenderweise Pastor Polders von St. Marien, Lohberg, der Gemeinde seinen Kaplan, Pater Amadeus. Ein neues Cimborium wird angeschafft, damit man zu zweit Kommunion austeilen kann.

Damit die Kinder leichter „ihre“ Bänke finden konnten und so eine bessere Ordnung gewährleistet war, wurden die Bänke an beiden Enden mit Metall-Nummern versehen. Von nun an wurden jährlich mit Beginn des neuen Schuljahres (Ostern) die Platzordnung für die Jungen und Mädchen der 2. bis 8. Klasse neu aufgestellt. Im November wurde am rechten Eingang der Kirche ein Windfang angelegt. Der kleine Vorraum wurde durch eine Glaswand bzw. Pendeltür abgetrennt.

Schwester Gundeberta vom Schwesternkonvent der Steyler Missionsschwestern in Lohberg, Leiterin unseres Kindergartens, feierte am 08 September ihr silbernes Ordensjubiläum.

 

Anno 1960

Es wird im November mit dem Bau einer Kinderlesestube und Bücherei begonnen. Landschaftsverband, Kreis und Stadt sowie auch die Diözese Münster haben beträchtliche Beihilfen zur Verfügung gestellt. Foto S. 17 Band 2

Der erste Rendat, Herr Willi Wetsch, verlässt die Gemeinde

Schwester Gundeberta, Leiterin des Kindergartens, wird am 09. April verabschiedet. Neue Leiterin wird heißt Schwester Gesina und kommt vom Provinzialmutterhaus der Vorsehungsschwestern in Kevelaer.

Anno 1961

Am 16. Juli nach der Kindermesse wurden die Lesestube und Bücherei feierlich eingeweiht. Die Betreuung der Bücherei und Aufsicht in der Lesestube übernahm Frau Nebel, langjährige Mitarbeiterin und Kassiererin der Pfarrcaritas. Sie bekam eine Wohnung oben im Kindergarten und war eine Ersatz- und Hilfskraft für den Kindergarten.

Zum Fest Fronleichnam konnte der 4. und somit letzte eigene Altar angeschafft werden

Ende 1961 wurde die Kinderlesestube eröffnet. Durch die neue Bücherei konnten die oberen Räume im Kindergarten neu gestaltet und zu einem Pfarrheim eingerichtet werden. Neben dem Pfarrsaal, der 60 Personen an Tischen Platz bot, wurden noch ein mittlerer und ein kleinerer Gruppenraum geschaffen.

Anno 1962

Der Innenanstrich der Kirche wird im November erneuert.

Anno 1963
Zu Fronleichnam wurde aus der Gemeinde St. Lambertus in Ochtrup ein gebrauchter, gut erhaltener Baldachin erworben. Er wurde etwas renoviert, und somit brauchte man sich keinen Baldachin mehr ausleihen. Das neue Vortragekreuz aus der Werkstätte von Arthur Walb, München, wurde rechtzeitig zur Fronleichnamsprozession fertig.

Pater Hermann-Josef Gillhaus S.V.D. wurde am 08. Dezember im Missions-Priesterseminar zu St. Augustin bei Siegburg zu Priester geweiht. Die feierliche Primiz wurde am 29. Dezember gefeiert. Es war dies die erste Heimatprimiz in der Gemeinde St. Jakobus.

Pater Dr. Hermann Gillhaus starb am 08. Juni 1993 in München.

Anno 1964

Aufgrund des starken Wachstums der Gemeinde wurden die bereits 1963 begonnenen Bemühungen um die Beschaffung eines Kirchplatzes im nördlichen Teil der Pfarrei (Feldmark) tatkräftig fortgesetzt. Auch die bereits 1963 angelaufene Planung eines Jugendheimes wurde in diesem Jahr eifrig vorangetrieben, so dass Mitte April ein von allen maßgebenden Stellen ein gebilligter Platz vorlag.

Anno 1965

Mit der Stadt kam man überein, ein Gelände am Augustaplatz für ein späteres Pfarrzentrum zu reservieren, jedoch kam es noch nicht zum Erwerb des Grundstücks. Die Genehmigungen zum vorzeitigen Baubeginn des geplanten Jugendheimes wurden noch nicht erteilt.

Anno 1966

Mitte Mai konnte mit den Kanalisations- und Ausschachtungsarbeiten für das Jugendheim begonnen werden. Die Planung übernahm der Architekt Rainer Cebulla aus Dinslaken. Am Ende des Jahres war der Rohbau fertig. Im Winter wurden die Innenarbeiten ausgeführt.

 

Anno 1967

Die Fertigstellung des Jugendheimes zog sich länger hin als geplant. Vor dem Heim wurde ein Rasenspielplatz angelegt. Im Keller des Hauses wurde eine Kegelbahn angelegt, die zwar nicht vorgesehen war, dem Heim aber eine ganz besondere Attraktion verlieh. Die Inneneinrichtung wurde fast abgeschlossen. Zwei Werk- und Bastelräume wurden Enden des Jahres in Betrieb genommen.

Im Volkspark wurde ein 1 ha großes Gelände für ein später zu errichtendes Pfarrzentrum gekauft. Zunächst sollte dort ein Kindergarten errichtet werden.

Anno 1968

Pfarrer Dr. Bernhard Bussmann bietet am 12. Februar dem Bischof den Verzicht auf die Pfarrstelle St. Jakobus an. Anlass ist, dass Pfarrer Dr. Bernhard Bussmann sich aufgrund seines Alters sich nicht mehr in der Lage sieht, die Anforderungen der Gemeinde, die durch die ständig wachsende Gemeindemitgliederzahl immer mehr werden, zu erfüllen. Am 19. Februar 1968 nimmt der Bischof den Verzicht von Pfarrer Dr. Bernhard Bussmann an überträgt ihm die Pfarrei St. Ludgerus-Spork bei Bocholt.

Kaplan Paul Zeitler von St. Stephanus, Beckum, wird am 04. März zum Pfarrer von St. Jakobus ernannt.

Das Jugendheim wird am 10. März in einem Festakt feierlich eingeweiht. In seiner Rede wies Pfarrer Dr. Bernhard Bussmann darauf hin, dass Jugendarbeit schwerer sei als etwa eine Frauen- und Müttergruppe zu führen. Jugendarbeit sei Erziehungsarbeit.

Am 17. März wird Pfarrer Dr. Bernhard Bussmann in St. Jakobus verabschiedet. Dechant Bornefeld, Geistliche der Nachbarpfarreien, Vertreter der kirchlichen Standesorganisationen und der Schulen fanden sich zur Abschiedsfeier im Jugendheim ein. Friedrich Flintrop, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes, dankte Pfarrer Dr. Bernhard Bussmann im Namen des Kirchenvorstandes.

Im Alter von 82 Jahren verstarb Pfarrer Dr. Berhard Bussmann am 28. Juni 1987. In St. Jakobus fand ein Gedenkgottesdienst für den Verstorbenen  am 02. Juli 1987 in statt.

Als Schlussworte schrieb Pfarrer Dr. Bussmann in die Chronik:

Die Grundlagen und Voraussetzungen für eine weiter ersprießliche Seelsorgearbeit in St. Jakobus hoffe ich mit Gottes Hilfe geschaffen zu haben. Nun wünsche ich meinem Nachfolger ebenso ein „Glückauf“ für seine Arbeit in St. Jakobus, wie man es mir für St. Ludgerus-Spork ausgesprochen hat.

Dinslaken, den 19. März 1968

Am Feste des hl. Josef (Tag der Umsieldung nach Spork)

Dr. Bussmann, Pfarrer

Bis zur Einführung des neuen Pfarrers übernahm Kaplan Leinung von St. Vincentius die Pfarrverwaltung. Für die seelsorgliche Betreuung der Gemeinde als vicarius substitutus und dann auch als Pfarrverwalter hatte sich Rektor Krechting aus Münster zur Verfügung gestellt.

Aus der Chronik der Zeit von Pfarrer Paul Zeitler – geführt von Herrn Werner Neier

Am Fest Christi Himmelfahrt, 23. Mai, wurde Pfarrer Paul Zeitler durch Dechant Bornefeld aus Walsum in sein Amt eingeführt.

Nachdem sich Pastor Zeitler bereits in seiner Predigt der Gemeinde vorgestellt hatte, gab ihnen der Empfang am Abend in der Gastwirtschaft Latz an der Hünxer Str. Gelegenheit, ihren neuen Pastor ganz aus der Nähe kennen zu lernen.

Kaplan Theo Boymann wurde am 02.Juli zum Kaplan an der Pfarrkirche St. Marien in Lohberg und and er Pfarrkirche St. Jakobus ernannt. Dies nahmen die beiden Pfarrgemeinden zum Anlass, enger zusammen zu arbeiten.

Der erste Pfarrbrief wird im November allen Gemeindemitgliedern ab 18 Jahren zugestellt.

Anno 1969

Erstmalig trafen sich am Fronleichnamstag die Prozessionen der Kirchengemeinden St. Jakobus und St. Marien auf dem Finkenplatz zu einer gemeinsamen Abschlussmesse.

Anno 1971

Aus Anlass des Abschlusses der Kirchenraumrenovierung fand am 30. Januar um 19.00 Uhr ein Festgottesdienst statt.

Im Chorraum war die Altarstufe, auf der der Altar stand, abgetragen worden. Die Kommunionbank und die Kanzel wurden abgebaut. Streben hiervon wurden für den Tabernakel und das Ambo verwendet. Die Stufenanlage wurde seitlich keilförmig gearbeitet. Die Beleuchtung wurde erneuert, die Heizung von Kohle auf Öl umgestellt. Die Kirche bekam innen einen neuen Anstrich.

Im Juni gründeten junge Frauen, Mütter mit Kindergarten und Schulkindern, den „Kreis junger Frauen“ (heute katholischer Frauenkreis).

Anno 1973

Im Februar verlässt Kaplan Boymann die Gemeinden St. Marien und St. Jakobus. Für ihn kommt Kaplan Klaus Krämer.

Anno 1975

St. Jakobus feiert im Juni 20-jähriges Bestehen.

Begonnen wurde am Donnerstagabend, 12. Juni, mit einem Gesangsabend in der Kirche. Kinder, Jugendliche und Erwachsene sangen und spielten neue Lieder und Texte.Am Freitag, 13. Juni, wurde am Nachmittag im Kindergarten das Sommerfest begangen und am Abend fanden Meditation und Gebet von und mit Pater Gilhaus SVD statt. Der Samstag, 14. Juni, war der Jugend gewidmet. Vormittags wurde mit den Kindern der Grundschulen ein Gottesdienst gefeiert, anschließend gab es Spiele, Filme, Budenzauber für Kinder im Pfarrheim und auf dem Vorplatz. Mittags schlossen sich Wettspiele, Filme und Diskothek für Kinder der weiterführenden Schule an. Für die Jugendlichen begann der Abend mit einem Gottesdienst von Jugendlichen für Jugendliche. Film und Diskothek schloss sich an. Der Sonntag, 15. Juni, wurde als Tag für die Pfarrgemeinde begangen. Dem Festgottesdienst mit Regionalbischof Amerkamp schloss sich der Frühschoppen an. Abends war die Pfarrfamilie zum Tanz eingeladen.

Etwas Lustiges hierzu:

Zum 20-jährigen Jubiläum unserer Pfarrgemeinde war ein Zelt aufgebaut. Die Kapelle „Los Amigos“ sollte zum Tanz spielen. Die Musiker kamen aber nicht! Aus der Not heraus wurde eine Tugend. Es musste ein Plattenspieler her. Der sorgte dann für gute, schöne Tanzmusik. Die ersten Spätaussiedler aus Polen waren auch zu unserem Fest gekommen. Die haben uns „Jakobinerinnen“ zum Tanz geführt. Das war eine schöne Gaudi, aber nicht im Sinne unserer Männer.

Sigrid Wehofen

Die Lern- und Spielstube wurde in den Räumlichkeiten des Jugendheimes eingerichtet. Initiator war Kaplan Krämer. Nach seiner Abberufung  wurde von freiwilligen Helfern geführt, federführend war die Caritas. Schulkindern wurde bei den Hausaufgaben geholfen. Doch auch zum Spielen und Basteln wurde den Kindern Gelegenheit gegeben.

Im Juli 1981 übersiedelte die Lern- und Spielstube in die Düppelstraße. Dort war ein eigenes Heim mit Garten entstanden. Noch heute ist der „Düppelpunkt“ ein Begriff im Klarabezirk.

Anno 1976

Der neue Kreuzweg wurde im Dezember durch den früheren Kaplan Boymann geweiht. Gestaltet wurde der Kreuzweg von Hildegard Bienen aus Marienthal. Die Künstlerin versprach eine 15. Kreuzwegstation. Doch ihre Krankheit verhinderte das Entstehen. Fertig gestellt wurde die 15. Station dann aber doch, und zwar 1991. Der Kunsterzieher Winfried Siedlaczek entwickelte die Idee. Das Werk entstand dann innerhalb von 6 Monaten, ebenfalls in der Kunstgießerei in Gescher. Das Relief aus Bronze ist 1 m mal 1 m und wurde zu den anderen 14 Stationen aufgehängt.

Anno 1980

Am Pfingstsonntag wurde Klemens Schneider von Bischoff Lettmann in Münster zum Priester geweiht. Die Primiz wurde am Pfingstmontag in seiner Heimatpfarrkirche St. Jakobus gefeiert. Pfarrer Bernhard Köster hält die Primizpredigt.

Die Pfarrgemeinde St. Jakobus besteht seit 25 Jahren. Das Jubiläum wurde vom 13. bis 16.Juni  im Festzelt an der Klarastraße gefeiert.

Im Dezember feierte Pfarrer Paul W. Zeitler sein silbernes Priesterjubiläum.

Anno 1983

Pastoralreferent Georg Welp nimmt am 1. September seinen Dienst in St. Jakobus auf. Er war der erste Pastoralreferent in der Gemeinde.

Anno 1984

Der Kindergarten an der Theresienstraße brannte am 14. März völlig ausgebrannt. Die Brandstifter wurden festgenommen. Der Schaden betrug rd. 100.000 DM.

Während der Renovierungszeit wurde eine Gruppe im Kindergarten Bassfeldshof und die andere im Kindergarten St. Marie untergebracht.

Anno 1985

Die Pfarrgemeinde feiert am 28. September ihr 30-jähriges Bestehen und gleichzeitig die Wiedereröffnung des Kindergartens an der Theresienstraße.

Das Fest begann mit einem Wortgottesdienst um 10.00 Uhr in der Kirche. Um 11.00 Uhr wurde der Kindergarten eingeweiht, danach wurde die Einweihung bis 17.00 Uhr mit einen „Tag der offenen Tür“ mit Basar, Cafeteria, Verlosung, Spiele, Kasperltheater begangen. Nach der Abendmesse um 20.00 Uhr wurde im Pfarrheim zum Tanz aufgespielt.

Anno 1987

Im Laufe des Jahres 1987 fanden einige größere Renovierungsmaßnahmen statt. So wurde am Pfarrheim das Dach erneuert, ebenso die Fensterfront. Auch wurde eine Damentoilette eingebaut. Die Lesestube erhielt ein neues Dach und auch hier wurde die Fensterfront erneuet. Am Pfarrhaus und der Sakristei wurde das Dach neu eingedeckt. Am 27. Juni 1987 waren die Um- und Anbauarbeiten am Pfarrheim abgeschlossen. Das Pfarrheim erstrahlte im „neuen Kleid“. Dieses Ereignis wurde mit Musik und Tanz gebührend gefeiert.

Im Jahr 1986 gab die Pfarrgemeinde der Orgelbaufirma Franz Breil, Dorsten, eine neue Orgel für die Pfarrkirche in Auftrag. Die neue Orgel besteht  aus drei Werken:

dem Hauptwerk mit neun Registern – I. Manual
dem Schwellwerk mit acht Registern, – II. Manual
und dem Pedalwerk mit sechs Registern

Wichtig war beim Aufbau der Orgel, dass die Sicht auf die vorhandene Rosette unangetastet blieb. Und das war gut gelungen.

Hauptwerk
Manual II:

1. Bordun 16’
2. Prinzipal 8’
3. Salicional 8’
4. Rohrflöte 8’
5. Oktave 4’
6. Gedacktflöte 4’
7. Quinte 2 2/3’
8. Prinzipal 2’
9. Mixtur 4-6fach 1 1/3’
10. Trompete 8’

Tremulant

 

 

Rückpositiv im Schweller
Manual I

11. Gedackt 8’
12. Gamba 8’
13. Schwebung 8’
14. Prinzipal 4’  (im Prospekt,
wird bei geschlossenen
Schweller abgeschaltet)
15. Blockflöte 4’
16. Waldflöte 2’
17. Sesquialtera 2fach
18. Oktävlein 1’
19. Krummhorn 8’

Tremulant


 

Pedalwerk:

20. Subbass 16’
21. Oktavbass 8’
22. Gedaktbass 8’
23. Choralbass 4’
24. Hintersatz 4fach 2 2/3’
25. Posaune 16’
26. Trompetenbass 8’


Koppeln:

II-I, I-Ped, II-Ped,
2 freie Kombinationen,
Tutti, Absteller Schleifladen,
mechanische Traktur,
elektrische Registratur 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Am 20. Dezember wurde die Orgel feierlich eingeweiht. Sie verfügt über 1522 Pfeifen, die später auf 1652 erweitert wurden. Ein Teil der Kosten für die Orgel wurde durch die Mitglieder im Kirchbauverein getragen.

Anno 1988

Kirche und Turm bekommen ein neues Dach.

Anno 1989

Das 35-jährige Bestehen der Pfarrgemeinde St. Jakobus wird am 21./22.Oktober mit einem Familienfest gefeiert.

Anno 1990

Hans-Georg Hollenhost wird im Oktober Pastoralassistent in St. Jakobus. Seine Dienstzeit ist zunächst auf 3 Jahre beschränkt.

Anno 1991

Die neuen Glocken, auf die man 36 Jahre lang gewartet hatte, hergestellt von der Firma Petit und Edelbrock, Gescher, trafen endlich ein.

Glocke E  – St. Jakobus d. Ä. , Durchmesser 121 cm, Gewicht 1.060 kg;

Glocke A – St. Paulus, Durchmesser 90 cm, Gewicht  430 kg.

Auch hier waren zum Glockenguss am 27. September einige Gemeindemitglieder in Gescher. Die Anlieferung erfolgte am 05. Oktober 1991, die

Glockenweihe fand am 06. Oktober 1991 statt. Am 07. und 08. Oktober endlich wurden die Glocken montiert.


Anno 1992

Die ökumenischen Kinderbibeltage werden erstmals erwähnt. 120 Kinder nahmen in der Woche vor Ostern daran teil. Seit dieser Zeit finden die Kinderbibeltage jährlich abwechselnd in den Räumen der evangelischen Gemeinden Betsaal Bruch oder Erlöserkirche und unserer Pfarrgemeinde St. Jakobus statt. Teilnehmen konnten alle Grundschulkinder.

Pastoralreferent Georg Welp verabschiedete sich im September nach 9 Jahren Pastoralreferentenzeit in St. Jakobus und St. Marien.

Anno 1992

Herr Michael Kowalski, Diakon mit Zivilberuf, wurde am 26. Oktober vom Bischof zur Mitarbeit in unserer Pfarrgemeinde beauftragt. Gleichzeitig begann Herr Kowalski seine Arbeit als Pastoralassistent in St. Marien, Lohberg.

Anno 1993

Pfarrer Paul W. Zeitler feierte am 04. Juli sein 25jähriges Ortsjubiläum in St. Jakobus. Gleichzeitig nahm er Abschied von der Gemeinde und zog am 01. August 1993 nach Stadtlohn. Auch Frau Änne Frankemölle kehrte in ihr Elternhaus in Stadtlohn zurück. Während der 25 Jahre, die Pastor Zeitler in Dinslaken arbeitete, hat sie ihn tatkräftig unterstützt. Sie war Haushälterin, Küsterin, Pfarrsekretärin und vieles mehr.

Aus der Chronik – niedergeschrieben von Pfarrer Ulrich Laws

Anno 1993

Für die Zeit der Vakanz wurde  im Sommer Pfarrer Theo van Doornick zum Pfarrverwalter ernannt. Zusammen mit Hans-Georg Hollenhorst als Pastoralassistent, Michael Kowalski als Diakon und den Verantwortlichen der Gemeinde führte er die Geschicke in der Gemeinde. Nach Verabschiedung von Pfarrer Paul W. Zeitler und dessen Umzug nach Stadtlohn fanden im Pfarrhaus umfangreiche Renovierungsmaßnahmen statt.

Pfarrer Ulrich Laws wurde am 26. September im Gottesdienst um 15.00 Uhr in sein Amt eingeführt.

Seit dem 17. Oktober sollen die wöchentlich erscheinenden Jakobus-Nachrichten über das Leben in der Gemeinde informieren.

Anno 1994

Die Pfarrgemeinde feierte am 09. Oktober das 40-jährige Kirchweihfest.

Anno 1995

Der Umbau der Lesestube wurde im Mai in Angriff genommen. Es wurden die sanitären Anlagen erneuert, der Raum mit Teppichboden ausgestattet, Heizkörper eingebaut, neue Möbel angeschafft, zur Spielwiese hin eine Tür eingesetzt.

Da schon seit langem keine Bücherei in dem Raum vorhanden war, er jedoch  nun für die Sitzungen der Gruppen und Verbände genutzt wurde, wurde die Lesestube in Sitzungsraum umbenannt.

Gleichzeitig wurde der Kirchplatz neu gestaltet.

Anno 1995

Zum Abschluss des 40-jährigen Pfarrjubiläums begann am Samstag, 03. Juni, nach der Eucharistiefeier um 19.00 Uhr ein geselliger Abend mit Tanz und Überraschungen im Pfarrheim.

Herr Markus Gehling wurde am 01.Oktober als neuer Pastoralreferent in St. Jakobus begrüßt. Am 28. Februar 1998 verließ Herr Gehling die Gemeinde St. Jakobus und begann seinen Dienst in der Pfarrgemeinde St. Marien.

 

Anno 1996

Zu Beginn der Abendmahlsfeier am Gründonnerstag, 04. April, wurden die neuen Bronzereliefs des Tabernakels und des Ambos gesegnet.

Auf der Vorderseite des Tabernakels ist die Szene dargestellt, in der Jesus das Brot für seine Jünger bricht, das allen Menschen gereicht wird. Es erinnert an die Einsetzung der Eucharistie am Gründonnertag und das Brotbrechen, bei dem die Emmausjünger den Auferstandenen erkennen. Zu diesem Bild korrespondiert auf der Rückseite das Motiv der Hochzeit zu Kana. Die Türseite ist geprägt von der wunderbaren Brotvermehrung und dazu ist auf der rückwärtigen Seite der Mannasegen in der Wüste dargestellt.

Der Ambo stellt das Pfingstereignis dar. Unser Pfarrpatron, der Hl. Jakobus, tritt zusammen mit Petrus aus der ängstlichen Gemeinschaft der Freunde Jesu heraus.

Ambo und Tabernakel wurden vom Rheder Bildhauer Winfried Siedlaczek gestaltet.

Gegossen wurden die Bronzereliefs in der Glocken– und Kunstgießerei Petit und Edelbruck. Die Stelen von Tabernakel und Ambo sind aus Kernstein, dem gleichen Material, aus dem der Altarstein ist. Die Steinmetzarbeiten sind von der Firma Lorei in Bocholt ausgeführt worden.

Der Pfarrheimeingang wurde von der Klarastraße an die Theresienstraße verlegt und das Foyer neu gestaltet.

Anno 1998

In der Kirche wurden die Altarstufen umgebaut und der Kirchplatz neu gestaltet und gepflastert.

Anno 2001

Am 21. Februar nahm die Pfarrgemeinde St. Jakobus Abschied von Pfarrer Ulrich Laws

Die Schlussworte der Abschiedspredigt von Pfarrer Laws lauteten:

„Ich gehe, weil ich weiß, dass St. Jakobus als Gemeinde den Glauben weiterhin miteinander teilen wird und offen ist für Neues.

Gestärkt durch die Erfahrungen als Pfarrer hier in St. Jakobus beginnt für mich eine neue Lebensetappe. Neugierig wie ein Kind schaue ich nach vorne und hoffe zu erleben, wonach ich mich sehne.

So danke ich allen von ganzem Herzen, die mich auf meinem bisherigen Weg begleitet haben und mit denen ich verbunden sein durfte.

Und ich möchte euch und Sie ermutigen, der Antwort Jesu zu trauen. „Komm und sieh!““

Herzlichen Dank.

 

Im Laufe des Jahres 2001 begann Pfarrer Laws seine Aufgabe als Krankenhauspfarrer in der Vestischen Kinderklinik in Datteln.

Aus der Chronik zur Zeit von Pfarrer Gregor Wolters – niedergeschrieben von Marita Breucking

Anno 2001

Pfarrer Gregor Wolters wurde am 19. August als neuer Pastor von St. Jakobus durch Dechant Josef Lenders in sein Amt eingeführt.

Mit Beginn der Sommerferien wurde das Pfarrheim umgebaut und renoviert und war am 01.November fertig gestellt. Es wurden im Keller ein Fluchtweg eingebaut; die vorhandenen Küchenmöbel für Messdiener und Pfadfinder im Keller eingebaut; die sanitären Anlagen im Erdgeschoss renoviert; der Pfarrsaal gestrichen; eine andere Beleuchtung angebracht und der Boden mit Parkett ausgestattet; der Zugang zum Pfarrsaal verlegt, um die Situation an der Treppe zu entschärfen; die Küche verlegt und neu möbliert.

Gleichzeitig wurde die Heizung der Kirche von Öl auf Erdgas umgestellt.

Zur Wiedereröffnung des Pfarrsaals fand am Sonntag, 02. Dezember, ein Frühstück statt. Der Erlös der Spenden bei diesem Frühstück ging an das Kinderhopiz Olpe.

 

Anno 2002

In den Gottesdiensten am Samstag/Sonntag, 7./8. September, stellte sich Diakon Michael Kowalski der Gemeinde vor. Nach dem Gottesdienst am Sonntag hatten die Gemeindemitglieder im Pfarrsaal Gelegenheit, Herrn Kowalski und seine Familie persönlich zu begrüßen und sie kennen zu lernen.

Für viele Gemeindemitglieder war Herr Kowalski jedoch kein Unbekannter. Von Oktober 1992 bis 1994 war er während seiner Assistenzzeit zum Pastoralreferenten in St. Marien bereits als Diakon in unserer Pfarrgemeinde tätig.

Für Herrn Kowalski wurde im Pfarrheim ein Büro geschaffen und gleichzeitig vom Foyer ein Bereich abgeteilt und abgeschlossen für die Geräte des Pfarrbüros.

Anno 2004

Der Pfarrgemeinderat von Hl. Geist beendete im Februar die im Jahr 2000 begonnene Kooperation mit St. Jakobus.

Am Samstag, 09. Oktober, feierte die Gemeinde 50 Jahre Kirchweih mit einem Weinfest im Pfarrsaal. Der Andrang war so groß, dass zusätzliche Tische aufgestellt werden mussten.

Anno 2005

Die Mitglieder des Pfarrgemeinderates trafen sich am 11. April zu einer Begegnung mit den Pfarrgemeinderäten der zukünftigen Kooperationsgemeinden St. Albertus-Magnus und St. Marien.

Im September 1995 wurde der Familiensingkreis gegründet, der von Frau Gabriele Kortas-Zens geleitet wurde. Kinder und Erwachsene (natürlich nur Frauen) trafen sich einmal wöchentlich zum Proben. Alle hatten sehr viel Spaß miteinander, besonders bei den Aufführungen, wie z. B. dem Singspiel von Detlev Jöcker „Und sie fingen an, fröhlich zu sein“. Nach dem Weggang von Frau Kortas-Zens wurde der Familiensingkreis übergangsweise von Herrn Thomas Hingmann betreut. Im Jahr 2002 übernahm Herr Thomas Baumann die Leitung. Im Jahr 2003, als die Kinder längst nicht mehr mitsangen, wurde aus dem Familiensingkreis der Singkreis (sogar mit Männern). Im gleichen Jahr schlossen sich Instrumentalisten an.

Seit April 2005 gibt es einen Kindersingkreis, in dem Kinder singen und Spaß haben. Geleitet wurde der Singkreis von Fabian Schneider. Das Ende des Kindersingkreises kam im April 2008, da die Sänger mittlerweile anderweitige Termine an den Probenachmittagen hatten.

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