Triduum 2014 in Heilig Geist

Der Blick von unten

An der Stelle, an der Weihnachten die Krippe stand, begleitete die Gottesdienstbesucher an Gründonnerstag, Karfreitag ein gedeckter Tisch, der sie auch in der Osternacht noch begleiten wird.

Gründonnerstag - Abendmahlfeier

Auszüge aus der Predigt von Kaplan Holtkamp:

…….. Die Fußwaschung ist keine Demutsgeste, wie wir sie leichter verstehen möchten, sondern ein Offenbarungszeichen, durch das deutlich wird, wo und wie Gott zu finden ist und wie er verstanden sein will. Durch dieses Zeichen wird deutlich, was am Karfreitag und Karsamstag geschehen wird. Jesus geht ein in die Tiefen des Menschseins, in alle Tiefen.

…….. Jesus weist Petrus in aller Deutlichkeit darauf hin:
Wenn du mich sehen willst, wenn du mit mir sprechen willst, wenn du mich begreifen willst, dann musst du dorthin schauen, wo ich bin, und das ist da unten. Sonst verfehlst du mich!

……. Jesus zwingt Petrus nicht in die Knie, demütigt ihn nicht, sondern umgekehrt: Jesus kniet vor Petrus, unten vor seinen Füßen und tut an ihm und den anderen Aposteln seinen Sklavendienst. Gott schaut von unten.

……. Gestatten Sie noch eine Frage: Welches Gesicht wird Jesus bei der Fußwaschung gemacht haben? Das ist nicht nur eine Gedankenspielerei, sondern daran entscheidet sich vielleicht das Verstehen.
War es ein verbiestertes Sklavengesicht, das Jesus da macht, das Gesicht eines Menschen, den man um sein Leben betrogen hat?
Oder war es ein Gesicht, das seiner Absicht entsprach, wie sie Johannes ins Wort bringt: „Er liebte sie bis zur Vollendung, bis zuletzt, bis zum Äußersten.“

 

Karfreitag - Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu Christi


Im Gegensatz zum gedeckten Tisch bei der Abendmahlfeier erwartete die Gottesdienstbesucher ein Tisch, der das Chaos zeigte, in dem sich die Jünger Jesu nach der Abendmahlfeier befanden.


Der Blick Jesu vom Kreuz auf das zerrissene Tischtuch

Auszüge aus der Predigt von Kaplan Holtkamp:

…… Der von Gott gedeckte Tisch wird nicht angenommen: Gemeinschaft abgelehnt.

Das stand gestern schon hintergründig hinter dem letzten Abendmahl: da reißen die Jünger selbst am Tischtuch: Judas und Petrus saßen mit am Tisch, und damit Verrat; Lüge, vollmundige Lippenbekenntnisse und Verleugnung. Jesus wusste das. Er wusste darum, dass die Jünger am Tischtuch ziehen; dass es viele Kräfte sind, die am Tischtuch reißen. Die Jünger ergreifen die Flucht; am Ende stehen nur noch einige Frauen und der Lieblingsjünger Johannes unter dem Kreuz.

………. Liebe Schwestern und Brüder, das ist Karfreitag – ein zerrissenes Tischtuch:
……. Es gibt den Karfreitag im Leben von jedem einzelnen. Es mag nicht gerade der 19. April sein – und es muss nicht immer gleich eine Kreuzigung sein. – der Karfreitag hat viele Gesichter und viele Geschichten – und ist selten auf einen Tag begrenzt.

 

 

Er kennt all meine Einsamkeiten, meine Ängste, meine Ohnmacht! Weil er all das am eigenen Leib erfahren hat, weil er weiß, wie sich das anfühlt, wenn das Tischtuch zerrissen wird, wenn es zerreißt, obwohl man alles daran gesetzt hatte, es zusammenzuhalten.

 

Am Schluss der Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu Christi wurde der Herr ins Grab gelegt.

 

 

 

 


Osternacht - Auferstehungsfeier



Der reich gedeckte Tisch lädt ein!





„Du hast mich abgeschnitten wie ein fertig gewobenes Tuch.“ (Jes.38,12).

Auszüge aus der Predigt von Kaplan Holtkamp:

Dieses Klagewort – aus dem Buch Jesaja – erfährt in dieser Nacht eine neue Wendung. Es gilt dem Gekreuzigten und Auferstandenen.

Christus, der Auferstandene selbst, ist das fertig gewobene Tuch: das schönste und feinste Tuch, das je gewebt wurde.

Am Karfreitag durften wir mit Maria und den Jüngern klagen und weinen über den abgeschnittenen Lebensfaden.
Heute Nacht aber dürfen wir staunen über das fertig gewobene Tuch, so schön und edel, wie nie zuvor ein Tischtuch gewebt wurde.

In dieser Nacht fügt der Auferstandene unsere zerrissenen Tischtücher wiederzusammen; er stellt den am Karfreitag umgestoßenen Tisch wieder auf.

Er führt die; deren Lebensfaden in dieser Welt abgeschnitten wurde, zu seinem Tisch, zum ewigen Ostermahl.

In dieser Nacht feiern wir, dass sich die Worte des Psalms 23 endgültig erfüllt haben:
„Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde.
Du salbst mein Haupt mit Öl, du füllst mir reichlich den Becher.
Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang
und im Haus des Herrn darf ich wohnen, wohnen für lange, lange Zeit.“

Der Herr ist auferstanden.
Er ist wahrhaftig auferstanden.

Χριστός ανέστη Αληθώς ανέστη.
Dominus resurrexit - resurrexit vere. Halleluja.

 



Das Osterfeier wird gesegnet

Die Osterkerze wird entzündet

 

Das Taufwasser wird
geweiht



Begegnung nach dem Gottesdienst

Jeder Gottesdienstbesucher entzündete ein Opferlicht und stellte es zur Maria

 

         


zurück
Scroll To Top