Einsegnungsfeier der Schlesierglocke in Hl. Blut

Es war ein geschichtsträchtiges Ereignis: Nach einer wechselvollen Geschichte fand das als „Schlesierglocke“ bekannte Wahrzeichen der 2009 abgerissenen Hl. Blut Kirche einen neuen Aufstellungsort. Am 2. Oktober fand die Einsegnungsfeier auf dem Außengelände von Kindergarten und Gemeinderaum statt. Nicht nur viele „Alt-Hl. Blütler“, sondern auch Mitglieder anderer Gemeinden der Pfarrei waren, zusammen mit einer großen Abordnung der schlesischen Landsmannschaft, zur Hagenstraße gekommen.

Pfarrer Gregor Kauling berichtete in seiner Ansprache von der großen Bedeutung, die –zumindest früher- das Läuten von Glocken für die Einteilung der Zeit, als Ruf zum Gottesdienst sowie als Begleiter in ganz persönlichen Lebenssituationen  hatten. Doch auch heute noch könne eine Glocke Symbol sein für den Ruf Gottes an uns.
Der Stellvertretene Bürgermeister Thomas Groß überbrachte nach dem Gottesdienst die Grüße der Stadt Dinslaken und Frau Elisabeth Trojak  freute sich als Vertreterin der schlesischen Landsmannschaft über die Schlesierglocke als ein gerettetes Stück verloren gegangener Heimat.

Die Schlesierglocke stammt aus dem Jahre 1495 und hing  ursprünglich  in der Kirche der Gemeinde Seiffersdorf (Radomierz) im Riesengebirge. Zunächst sollte die Glocke dann später während des II. Weltkrieges  zu Munitionszwecken 1944 in Hamburg eingeschmolzen werden. Dazu kam es Gott sei Dank nicht. Für die neu gegründete  Heilig Blut Gemeinde in Dinslaken gab es bei der Errichtung der Kirche die Auflage, neben zwei neuen Glocken eine alte  Glocke zu übernehmen. So kam die Schlesierglocke nach Dinslaken, wo sie einen Platz vor der Hl. Blut Kirche bekam. Nach dem Abriss der Heilig Blut Kirche im Jahre 2009  wurde sie in Gescher in der dortigen Glockengießerei aufbewahrt. 
Zukünftig wird sie vor dem  neuen Gemeindezentrum Heilig Blut Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbinden, als bleibendes Zeugnis, welches auch an das Gotteslob erinnert, das einen beständigen Friedensauftrag bis heute enthält.
Die Glocke ist vor dem heutigen neuen Gemeindezentrum Hl. Blut aufgestellt zusammen  mit zwei Epitaphe von Joseph Krautwald (1914-2003) aus der alten Heilig Blut Kirche, welche die Darstellung des Hl. Martin und der Hl. Elisabeth zeigen, als Zeugen der tätigen Nächstenliebe.

Friedensglocke
(aus Seifersdorf/Schlesien)

Wenn ihr der Glocken Läuten hört,
das eigne Herz zu Gott hin kehrt,
der seinen Sohn gesandt zur Erde,
damit durch ihn hier Friede werde.

Gejubelt hab ich und geklagt
und Gottesdienste angesagt.
Vom Zeitpunkt her schon ward gedeutet,
ob Freud, ob Leid ich eingeläutet.

Die Menschen lauschten froh und bang,
wenn ladend meine Stimm erklang.
Zu Feiertag und Jahresende
mein Ruf meint immer fromme Wende.

Die Wende, die zum Guten hin
bewegt und ändert Menschensinn,
ereignet sich von Gott geschenkt,
der heimwärts alle Schritte lenkt.

Ich sollte Leid und Tod bereiten
in kriegerischen Scheußlichkeiten.
Es brach das Herz mir, stumm und wund
tu ich nur Traurigkeit noch kund.

Und unter frischen Trauerweiden
erzähle ich von vielen Leiden
der Menschenbrüder hier und dort.

Auch mich trug man gewaltsam fort.
Nun steh ich hier schon manches Jahr,
und wahrlich nicht nur Friede war.

Ich wäre nicht umsonst gesprungen,
wenn damit Friede wär gelungen.

An Frieden will ich stumm erinnern
mit mahnendem gesprungnem Innern.
Und wer mich trauernd hier betrachtet,
ich hoffe, selbst auf Frieden achtet.

Pastor Heinrich Küsters, 1988
    ( geb.1920 – gest.2006 )
Pastor in Hl. Blut, Dinslaken
v. 05.09.1965 – 28.08.1988

 

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