Bronzemedaillon in der St. Hedwig-Kapelle in Hünxe

Kirchenkunstwerk im September 2026

Der Monat September gilt in vielen Kirchen als Schöpfungsmonat. Besonders in den orthodoxen Kirchen beginnt am 1. September das Kirchenjahr mit dem Gedenken an Gott als den Schöpfer der Welt. Dieser Monat lädt dazu ein, neu über die Schönheit der Schöpfung, ihre Verletzlichkeit und unsere Verantwortung für sie nachzudenken.

Passend zu diesem Gedanken möchte ich ein kleines Kunstwerk aus der St. Hedwig-Kapelle in Hünxe vorstellen. Altar, Ambo und Taufbecken wurden von einem Künstler gestaltet, dessen Name sich leider nicht mehr ermitteln ließ. Den Altar schmücken auf allen Seiten kleine Bronzemedaillons. Eines davon befindet sich auf der Rückseite des Altarsockels, weit unten. Es zeigt Adam und Eva, die den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse flankieren. Um den Baum windet sich die Schlange, die in der biblischen Erzählung zum Sinnbild der Versuchung wird.

Das Medaillon erinnert an den entscheidenden Augenblick, in dem Adam und Eva den Wunsch verspüren, erkennende Wesen zu sein. Sie möchten Gut und Böse unterscheiden, Einsicht gewinnen und die Welt mit eigenen Augen verstehen. Diese Sehnsucht nach Erkenntnis ist zutiefst menschlich. Doch mit der gewonnenen Einsicht wächst zugleich die Verantwortung für das eigene Handeln.

Gerade deshalb passt dieses Medaillon hervorragend in den Schöpfungsmonat. Es erinnert daran, dass wir Menschen Verantwortung für die uns anvertraute Schöpfung tragen. Unser Umgang mit der Natur, mit den Mitmenschen und mit den Ressourcen dieser Erde ist Ausdruck dieser Verantwortung.

Wer das Medaillon selbst betrachten möchte, hat dazu freitagabends Gelegenheit: Die St. Hedwig-Kapelle in Hünxe ist jeweils zu den Gottesdiensten von 17.30 Uhr bis 18.45 Uhr geöffnet.