„Time to say good-by…“,

mit diesen Worten beginnt ein Lied des Sängers Andrea Bocelli. Dieses Lied kam mir in der letzten Zeit immer einmal wieder in den Sinn, mit dem Blick auf den sich nahenden Abschied von Dinslaken.
Ich darf sagen, dass mir dieser Abschied nicht leichtfällt, denn ich habe mich hier in Dinslaken sehr wohl gefühlt und bin in den letzten Jahren immer heimischer geworden.

Nach den zahlreichen personellen und strukturellen Umbrüchen, die die Kirchengemeinden in den vergangenen 16 Jahren erleiden mussten, durfte ich mit Euch und Ihnen allen einen Neuanfang wagen. Es war oft für mich ein Spagat zwischen dem Aushalten des Abschiedsschmerzes und der Verlustängste der Menschen sowie dem mutigen Voranschreiten in eine neue Zeit, den richtigen Weg und Ton zu finden. Dabei ist mir durchaus bewusst, dass ich es nie allen recht machen konnte und bestimmt dem einen oder der anderen in manchen Situationen auch zu kurz getan habe. Bei alle dem habe ich immer mehr spüren dürfen, dass mich sehr viele Menschen auf meinem Weg der Leitung unserer so großen Kirchengemeinde unterstützt und wohlwollend - mit viel Vertrauen - begleitet haben. 8 Jahre durfte ich in der Pfarrei Hl. Geist und St. Vincentius in ihren je sehr unterschiedlichen Prägungen als Mensch und Priester leben und wirken. Ich bin in diesen, für einen Pastor, verhältnismäßig kurzen Jahren Menschen begegnet in sehr unterschiedlichen Situationen ihres Lebens. Das Freud´ und Leid` dabei manchmal sehr eng beieinander liegen können, durfte ich auch erfahren. Bei allen Aufgaben gerade auch des kräftezehrenden Pfarreimanagements haben mir vor allem meine seelsorglichen Dienste als Priester immer wieder Kraft für mein Tun geschenkt. Den vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den weiten Feldern unserer Pfarrei sowie dem ganzen Pastoralteam danke ich daher von ganzem Herzen für ihre so wertvolle Arbeit und jegliche Unterstützung, die ich persönlich erfahren durfte.
Vergelt´s Gott!
Die Wallfahrt von Dinslaken nach Kevelaer hat mich in den letzten Jahren gelehrt, dass wir unsere Lebens- und Glaubenswege nicht alleine gehen müssen. Meine Familie sowie die Lebens- und Glaubensgefährten sind und bleiben an meiner Seite, darauf vertraue ich auch in Zukunft sehr gerne. Sie sind der Schatz in meinem Leben. Ich weiß mich durch ihre Verbundenheit und ihr Gebet sehr getragen.
Maria, die Trösterin der Betrübten, bleibt an unserer Seite als eine Glaubenszeugin, die die Wege unseres Lebens mitgeht, uns nicht einengt, sondern in eine Weite führt, die etwas von der Glaubensfreude an Jesus Christus unseren Herrn schon heute erahnen lässt. Ich habe vor Jahren in den heimischen münsterländischen Wäldern eine Spruchtafel an einem Baum gefunden, die ich Euch und Ihnen sehr gerne mit auf den Weg gebe:


„Ich wünsche Ihnen die Heiterkeit eines Sommertages,
das muntere Plätschern eines Baches und
die Leichtigkeit eines Vogels der Luft.
Ich wünsche Ihnen die Zärtlichkeit des Windes in den Blättern.
Ich wünsche Ihnen die Stärke eines Baumes im Sturm und
über alle dem
Gottes reichen Segen…!“


Ihr und Euer Pastor Gregor Kauling

 


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