Ein Nagel - vielschichtiges Symbol

 

Das diesjährige Hungertuch in der Pfarrkirche zeigt einen großen Nagel, der sich durch das Tuch bohrt. Der Nagel soll auf die Kreuzigung Jesu hinweisen.

 

 

Zudem erinnert er uns auch an die 95 Thesen, die vor 500 Jahren an die Wittenberger Schlosskirche geschlagen wurden.
Luther hat so die Dinge, die ihm im Glauben wichtig waren, festgenagelt.
In der Beschäftigung mit dem Jahresthema

          "Glauben leben,
           Glauben lernen,
           Glauben teilen"


wollen wir uns darüber klar werden, welche Dinge für uns im Glauben wichtig sind.

 

 

 



 

Ein Nagel: Er ist nützlich zum Befestigen, zum Festnageln. Es ist wichtig, den Nagel auf den Kopf zu treffen. Im übertragenen Sinne: Wichtiges und Wesentliches.
Ein Nagel: Zeichen für Festigkeit und Stärke. Nägel mit Köppen machen, Durchgreifen, Zu-Ende-Bringen.
Ein Nagel: Hilfe in der Not, der Notnagel. Er hält, rettet, bewahrt. Wohl dem, der solch einen Nagel hat und aufbewahrt.
Ein Nagel: Er kann wehtun, verletzen. Einreißen, je nachdem....
Hammer, Zange, Nägel: Werkzeuge. Sie werden gebraucht beim Handwerk. Es ist gut, es bei der Hand zu haben, wenn es nötig ist. Ohne Werkzeug ist man machtlos. Mit Werkzeug schafft man Hilfe und Vollendung.
Hammer, Zange, Nägel können missbraucht werden. Wehe, sie geraten in falsche Hände! Messer, Schere, Hammer, Zange, Nägel sind nichts für Kinderhände, sondern für Fachleute. Aber auch Fachleute schützen nicht vor falschem Gebrauch. Der Nagel, durch die Hand geschlagen, verletzt, schmerzt, tötet. Er bringt Leid und Schmerzen, verbindet den Leib mit dem Holz, passt nicht zusammen. Das Holz ist hart und unbequem. Es erschlägt, peinigt, macht fest, wo man nicht bleiben will. Zwang der Gewalt, Ausdruck der Bestie Mensch, wo das Nützliche in den Dienst des Bösen gerät.
Was hilft? „ Finger weg vom Hammer“? Das ist nicht entscheidend. Er ist nicht von Natur aus Böse - nur in der falschen Hand, von falschen, bösen Menschen gelenkt. Der Handwerker tut es nicht von sich aus, er ist Ausführender wie sein Werkzeug. Aber woher kommt das Böse. Das ist die Urfrage. Die Werkzeuge sind nicht von sich aus böse und schlecht. Sie werden es durch den Gebrauch von Menschen. Aber auch sie sind Werkzeuge, Befehlsempfänger, Ausführende. „Sie tun ihren Job“, sagt man heute. Alles andere ist nicht wichtig. Wirklich?
Text: Wolfgang Kolnsberg
 


zurück
Scroll To Top