60 Jahre St. Jakobus Dinslaken

Es ist ein schönes Jubiläum, das die St. Jakobusgemeinde in diesem Jahr begeht. 60 Jahre, das erinnert mich an manche diamantene Hochzeit, die ich in diesen Monaten des Jahres 2014 bereits gefeiert habe.  Dann ist da natürlich jenes magische Datum für die noch junge Bundesrepublik Deutschland des Jahres 1954, der 4. Juli, Deutschland wird im „Wunder von Bern“  Fußball-Weltmeister. Drei Tage zuvor wurde der St. Jakobuskindergarten eingeweiht, eine absolute Aufbruchsstimmung im ganzen Land, auch in der Kirche. Am 09.10.1954 erfolgte dann die Weihe der Jakobuskirche durch Weihbischof  Heinrich Baaken. Es mutet schon sehr bewegend an, dass Deutschland 60 Jahre später erneut Weltmeister wurde. Am 04.07.2014, jenem historischen Jubiläumsdatum von Bern, besiegte die Fußballnationalmannschaft Brasilien im eigenen Land, bevor im Finale am 13.07.2014 gegen Argentinien der Weltmeistertitel zum 4. Mal errungen werden konnte. Welch schöner Sommer. Von dieser 60jährigen Tradition in und um St. Jakobus kann ich jetzt als leitender Pfarrer gerade einmal 5 Jahre überblicken. Ein kurzer Zeitraum, der allerdings von wesentlichen und zuweilen einschneidenden Ereignissen und Umbrüchen gekennzeichnet ist. Als ich meinen Dienst als Priester im Jahre 2009 in Dinslaken begann,  war dies auch für mich persönlich eine sehr große menschliche Zäsur. Es ist nie einfach eine liebgewonnene Heimat und gute Freunde zu verlassen, um irgendwo ganz neu zu beginnen. St. Jakobus wurde mir mit dem Pfarrhaus, dem Pfarrzentrum und natürlich der schlichten Kirche zu einem neuen Zuhause. In den nicht leichten Monaten des Anfangs haben mich die Menschen hier mit offenen Armen aufgenommen, so dass ich mich schnell heimisch fühlen durfte. Diese menschliche Nähe und Wärme hat mir in ihrer Unkompliziertheit und Direktheit sehr gut getan und den Start erleichtert.

Wir haben eine Pfarrei mit zunächst 4 Gemeinden auf den Weg gebracht und den Begriff der "Nachbarschaftskirchen"  geprägt, der auch heute noch weit mehr auszusagen in der Lage ist,  als der einer "Filiale". Schon damals war den Frauen und Männern der Gremien in St. Jakobus und den anderen Gemeinden zusammen mit uns Seelsorgern bewusst, dass große Einheiten in der Pastoral nie ausschließlich "zentral" zu leiten sind.  Ich durfte erleben, dass Gemeinden in großer Gegensätzlichkeit und Prägung zusammenwuchsen. Gemeinsame Projekte wurden in den Blick genommen,  in der Jugendarbeit, die Kreuzwegausstellung in St. Marien oder das große Pfarrfest zum 50jährigen Jubiläum der Klosterkirche Hl. Geist Hiesfeld etc. Es wurde plötzlich greifbar,  was es bedeuten kann und an Freude schenkt, sich auch in einem ganz anderen Stadtteil zu engagieren, der einem bislang vielleicht eher fremd erschien. Mittlerweile leben wir in einer der größten Pfarreien des Bistums Münster. Dass ich persönlich als Pfarrer nicht von einer Flut gegensätzlicher  Ansprüche in einem globalisierten und anonymer werdenden  "Pastoralraum" überspült werde, hat auch damit zu tun, dass mir das Glück geschenkt wurde, zunächst einmal als Mensch anzukommen, um als Priester mit den Menschen der Stadt leben und für sie arbeiten  zu können.  So gibt es sicherlich für uns immer wieder den so genannten "Charme des Anfangs", den ich persönlich auch wesentlich mit St. Jakobus in Dinslaken verbinde.

Es erfüllt mich daher mit großer und stiller Freude, dass es uns gelungen ist, nach zahlreichen Gesprächen auf unterschiedlichsten Ebenen, noch vor dem großen Jubiläum, die St. Jakobuskirche durch eine Innenrenovierung in einem neuen Licht erstrahlen zu lassen. So wünsche ich der Gemeinde St. Jakobus auch weiterhin viel Mut und Gelassenheit. Möge Gott, der Herr, auf die Fürsprache des Pilgerapostels Jakobus alle Menschen in St. Jakobus und in unserer Pfarrei St. Vincentius segnen.

Ihr und Euer Pfarrer

Gregor Kauling

Bilder vom Pontifikalamt mit Bischof Dr. Felix Genn

Durch Anklicken des Bildes öffnet sich die Bildergallerie.

Bilder von Niklas Schneider

 

Weitere Bilder vom Pontifikalamt und

vom Treffen auf dem Kirchplatz

Bilder von Franz-Josef Roth


Programmheft zum Jubiläum


 

 

 

 

 

 

 

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